Das WIBERG Gewürzlexikon

Dill

 

Geschichte

Bereits vor 5000 Jahren war Dill als Würz- und Heilpflanze beliebt. Die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen über ihn stammen aus dem antiken Ägypten. Dort wurde Dill um 1500 v. Chr. im Papyrus Ebers – einem der ältesten bekannten Texte zu medizinischen Themen – erwähnt. Im alten Rom galt Dill als Symbol der Lebenskraft und kam zur Verfeinerung von festtäglichen Fleischgerichten auf die üppig gedeckten Tafeln. Geschichtliche Aufzeichnungen berichten davon, dass sich römische Gladiatoren vor den Kämpfen mit Dillöl einrieben, um so unbesiegbar zu werden. Die Griechen der damaligen Zeit machten sich das feine Kraut vielmehr wegen seiner beruhigenden Wirkung zunutze. Schon früh fand Dill auch den Weg nach Nord- und Mitteleuropa – im 1. Jahrhundert n. Chr. wuchs er in jedem klösterlichen Garten.

 

Herkunft

Die Heimat des Dills liegt im Orient (Iran, Vorderindien) und in Südeuropa. Heute ist er jedoch überall verbreitet. Die bedeutendsten Dilllieferanten sind Ägypten, Osteuropa und die Mittelmeerländer.

Geschmack

Dill führt die „Mineralstoff-Hitliste“ der Heil- und Würzpflanzen an. Aufgrund des ätherischen Ölgehaltes seiner Samen und Blätter werden in der Küche auch beide Pflanzenteile verwendet. Während die frischen Blätter durch süßlich-würziges, fenchelartiges Aroma überzeugen, erinnert der Geschmack der Samen stark an Kümmel. Ein Gurkensalat ohne Dill ist kulinarisch undenkbar!

 

Verwendung

Dill zählt zu den typischen Fischkräutern. In Form von Saucen ist er die beste Ergänzung zu frischem Aal, Krebsen und allen anderen Salz- und Süßwasserfischen. Fischsuppen und Kochfisch kommen ohne das Kraut nicht aus. Außerdem verfeinert er Suppen, Tomaten, Rohkost, Gurken, Faschiertes/Hackfleisch, Schmorgerichte und Brot. Der deutsche Name „Gurkenkraut“, den sich der Dill mit dem Borretsch teilt, bezieht sich auf die häufige Verwendung von Dill zum Würzen von gekochten oder rohen Gurken. Für die Herstellung von Kräuteressig ist frischer Dill unentbehrlich.

Tipp: Dill erst kurz vor Garende zugeben …

Sensorik

  • Erinnert an Kümmel, Anis und Fenchel
  • Leicht süßlich-minzig, zitrusfrisch
  • Grünblätterartig-harzig

 

Gesundheit

Dass Dill flächendeckend in den europäischen Klostergärten angebaut wurde, hat nicht nur mit seinem Wohlgeschmack und den ihm zugeschriebenen Heilwirkungen zu tun. Geistliche verwendeten das Kraut „zur Unterdrückung sinnlicher Triebe“ und glaubten so, ihr abgelegtes Gelübde im umtriebigen Mittelalter besser wahren zu können. Außerdem war es weit verbreitet, ein Sträußchen Dill über der Tür anzubringen, um das Böse nicht über die Schwelle zu lassen. Auch in fernöstlichen Lehren ist das feingliedrige Kraut fixer Bestandteil. Im Verständnis des Ayurveda wirkt Dill erhitzend und stimulierend. Die Volksheilkunde schreibt ihm darüber hinaus eine appetitanregende, verdauungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung zu.

 

Inhaltsstoffe

Limonen, Carvon, P-Cymol, ß-Phellandren, (Z)-3-Hexen-1-ol, Dillapiol, Anethofuran

7 % Mineralstoffe! (Kalium, Kalzium, Schwefel, …) 3-4 % ätherisches Öl

Sekundäre Pflanzenstoffe: Carotinoide, Vitamin C, Anethol, Monoterpene und Flavonoide

 
Kongeniale Partner

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