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Zaubermittel Capsaicin

 

Chili super spice

Chili gilt als das Gewürz mit den stärksten entzündungshemmenden Eigenschaften. Kaum ein anderes Gewürz kann mit der antiinflammatorischen Potenz des in Chili enthaltenen Capsaicin konkurrieren.

Zaubermittel Capsaicin

Capsaicin ist überhaupt eine äußerst interessante Substanz aus der Natur: Wir Menschen können sie im eigentlichen Sinne gar nicht schmecken oder riechen, sie gaukelt uns und allen Säugetieren aber Verbrennungsschmerzen vor, indem sie sich an die Thermorezeptoren in der Haut heftet. Capsaicin ist so wirksam auf unseren Stoffwechsel, dass es in Form von ABC-Wärmepflastern sogar durchblutungsfördernd und somit wärmend wirkt. Im Reitsport ist es deswegen ein verbotenes Dopingmittel. Heute wird die Schärfe einer Chili übrigens mittels einer Messung der sogenannten Capsaicinoide bestimmt.

Scharfer Wunderwuzzi

Mit Hilfe der Aktivierung des sogenannten PPAR-Rezeptors hemmt Chili schädliche Entzündungssubstanzen im menschlichen Körper, die für die „stillen Entzündungen“ mit all ihren Folgeerscheinungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Alzheimer usw. ausschlaggebend sind. Durch seine Wirkung auf die PPAR-Antagonisten zählt Chili auch zu den Top-Fettverbrennern und gilt somit als der Anti-Aging-Star im Kampf gegen Adipositas und das metabolische Syndrom. Übrigens: Chili fördert die Durchblutung der Schleimhäute und: Andere Pflanzeninhaltsstoffe, etwa in Schokolade (Kakao) enthaltene, können in Kombination mit Chili besser aufgenommen werden.*

Eine wahre Waffe

Das „Pfefferspray“, das der Briefträger gegen Hundeattacken bei sich trägt und in so mancher Damenhandtasche zur Selbstverteidigung zu finden ist, hat übrigens nichts mit Pfeffer zu tun. „Peppers“ ist im angelsächsischen Sprachraum die gängige Bezeichnung für Chili. Beim Wirkstoff in den Sprühdosen handelt es sich also um schmerzhaft in den Augen brennende Capsaicinlösungen.

*Metka, Markus; Walkensteiner, Thomas M.: Die neue Aromaküche. Brandstätter Verl.; Wien, 2012.